Wie funktioniert Politik, wie werden die Entscheidungen in der Hauptstadt getroffen? Für 50 politisch interessierte Bürger aus Steinburg, Dithmarschen und dem Amt Bad Bramstedt, die auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Rolf Koschorrek (CDU) Berlin besuchten, gab es geballte Informationen.
Auf dem Programm der dreitägigen Tour standen unter anderem das Gesundheitsministerium, die schleswig-holsteinische Landesvertretung, die CDU-Parteizentrale und eine an politischen Themen orientierte Stadtrundfahrt. Tiefe Eindrücke hinterließ insbesondere eine Führung durch das Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen, in dem ehemalige Gefangene die am eigenen Leib erlebten unmenschlichen Haftbedingungen schildern.
Zum absoluten Pflichtprogramm gehörten die Besichtigung des Reichstagsgebäudes und die Besteigung der Kuppel. Im benachbarten Paul-Löbe-Haus diskutierten die Gäste aus dem Wahlkreis intensiv mit “ihrem” Abgeordneten und griffen aktuelle politische Themen auf.

Zieht Zwischenbilanz nach sechs Jahren im Bundestag: Der CDU-Abgeordnete Dr. Rolf Koschorrek. Foto: vm
(Quelle: Norddeutsche Rundschau, Volker Mehmel) Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Rolf Koschorrek hegt erhebliche Zweifel, ob der enge Zeitplan für den Atomausstieg tatsächlich so eingehalten werden kann. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktioniert. Genau deshalb habe ich im Bundestag auch dagegen gestimmt.“
Der 55-Jährige war damit in seiner Fraktion eine Ausnahmeerscheinung. Insgesamt hätten nur sieben CDU-Parlamentarier gegen die von der Bundesregierung im Eiltempo angeschobene Energiewende gestimmt. Was ihn stört, ist der Zeitplan. „Beim Ausstiegsszenario im Herbst hatten wir noch einen vernünftigen Zeithorizont“, rechnet er vor. Jetzt aber sollen konventionelle Kraftwerke und Energienetze innerhalb von fünf Jahren geplant und in nur zwei Jahren gebaut werden. „Das klappt ja nicht einmal bei einer Umgehungsstraße für Wrist.“ Koschorrek befürchtet, dass nach dem Abschalten der letzten Kernkraftwerke in Deutschland Atomstrom von außerhalb importiert werden muss. Er stellt noch einmal klar: „Ich bin nicht für neue Kernkraftwerke. Die ließen sich im Wahlkreis ohnehin nicht durchsetzen. Aber der jetzige Zeitplan ist einfach zu ambitioniert.“ Abhilfe könnte ein vieldiskutiertes Beschleunigungsgesetz schaffen. „Bislang liegt dazu aber noch nicht einmal ein Gesetzentwurf auf dem Tisch.“
Einen interessanten Blick hinter die Kulissen der Politik gab es für 50 politisch interessierte Bürger aus Steinburg, Dithmarschen und dem Amt Bad Bramstedt, die auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Dr. Rolf Koschorrek (CDU) Berlin besuchten.
Auf dem Programm der dreitägigen Tour standen unter anderem die Landesvertretung Schleswig-Holsteins, das Gesundheitsministerium und die Gedenkstätte zur ehemaligen Stasi-Zentrale in der Normannenstraße. Einen Überblick zur wechselvollen Geschichte der lange geteilten Stadt gab eine an politischen Themen orientierte Rundfahrt, bei der der Bus immer wieder den Verlauf der einst mit einem Todesstreifen gesicherten Berliner Mauer passierte.
Bei einer Diskussion mit “ihrem” Abgeordneten im Paul-Löbe-Haus griffen die Gäste aus dem Wahlkreis aktuelle Themen von der Energiepolitik bis zur Eurokrise auf. Dazu stellte Dr. Koschorrek aber auch die typische Arbeitswoche eines Abgeordneten vor. “70 bis 80 Stunden kommen eigentlich immer zusammen – aber die Arbeit ist nach wie vor interessant und es macht Spaß, etwas bewegen zu können”, sagte Koschorrek.
Zum Abschluss der Fahrt erlebten die Besucher eine Plenarsitzung im Bundestag und genossen nach der Besteigung der Reichstags-Glaskuppel einen beeindruckenden Panoramablick über die Hauptstadt.


